Montag, 29. Mai 2017

[Rezension] Westcott, Rebecca - Pusteblumentage

Quelle: dtv

Rebecca Westcott - Pusteblumentage
aus dem Englischen von Barbara Lehnerer

 | ISBN: 978-3-423-76165-9 | Seiten: 208 | Erscheinungsdatum: 10. Februar 2017 | Verlag: dtv junior |Format: gebundene Ausgabe | Preis: 13,95€



Kurzbeschreibung

Livs Mutter beginnt plötzlich, ihr die wichtigen Dinge des Lebens näherzubringen. Deshalb muss Liv jetzt - ob sie will oder nicht –
• den ersten BH kaufen (obwohl sie noch keinen braucht)
• lernen, wie man Spaghetti Bolognese kocht (obwohl ihre Mutter nicht kochen kann)
• ein Schminktutorial mit ihrer Mum absolvieren (obwohl sie sich erst mit 16 richtig schminken darf) .
Doch als ihre Mutter Liv sogar erlaubt, sich endlich Ohrringe stechen zu lassen, weiß sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Bisher war ihre Mutter strikt dagegen. Außerdem ist sie nun immer öfter erschöpft und schläft viel. Liv spürt, dass sie ihr etwas verheimlicht, etwas, was ihr Leben für immer verändern wird …
 Quelle: dtv 

Meine Meinung

Dieses Buch ist mehr als es vielleicht zunächst scheint. "Pusteblumentage" ist ein besonderes Buch und hat mich sehr berührt.

Liv ist 12 Jahre alt, als sie merkwürdige Anwandlungen bei ihrer Mutter bemerkt. BH kaufen? Sie darf sich Ohrlöcher stechen lassen? Was hat das alles auf sich? Warum ist ihre Mutter ständig müde? Liv spürt schnell, dass etwas nicht stimmt und muss bald erfahren, dass das Leben nicht immer in geraden Bahnen läuft. Sie fühlt, dass sie stark bleiben muss und versteckt sich hinter ihrer Trauer und Wut und lässt niemanden mehr an sich ran. Aber ist es das, was die Mutter wollte? Findet Liv einen anderen Weg mit den Dingen fertig zu werden?

"Pusteblumentage" ist für mich schon allein wegen dem Cover auffällig. Ich mag die Farben und mit der Kamera im Vordergrund wurde ein wichtiges Merkmal von Liv hervorgehoben. Rebecca Westcott hat mit dem Thema vielleicht das Rad der Jugendbücher nicht neu erfunden. Aber sie hat ein Händchen bewiesen und mich mit Livs Geschichte überrascht.

Liv muss mit ihren 12 Jahren eine schwere Zeit durchmachen und einen traurigen Verlust hinnehmen. Das Anfangs lebenslustige Mädchen verändert sich im Laufe der Handlung total. Die quirlige 12-jährige versteht zunächst nicht, warum ihre Mutter so auffällig müde ist und warum sie unbedingt "wichtige" Dinge mit ihrer Tochter erledigen muss. Kann ja keiner ahnen, dass die gemeinsame Zeit anscheinend so begrenzt ist.

Der Verlust haut Liv dermaßen aus der Bahn, dass selbst ihr Umfeld nicht mehr mit dem Mädchen klarkommt. Aber Liv schottet sich auch selber ab und gibt ihr Leben und ihre Freundschaften auf. Sie fällt in ein tiefes Loch und schafft es nur mit Hilfe, wieder daraus zu kommen. Aber ist es das was ihre Mutter wollte? Nein! Livs Mutter wollte das ihre Tochter lebt und versteht, dass ihre Zeit noch nicht vorbei ist.

Obwohl es ziemlich schnell klar ist, worauf die Geschichte hinausläuft, ist es der Autorin doch gelungen, der Handlung viel Gefühl und berührende Szenen zu verleihen. Besonders, weil Liv aus ihrer Sicht erzählt, geht der Roman ans Herz und zeigt wie sehr es einem Kind schwer fallen kann mit einer alles überschattenden Trauer fertig zu werden. Westcott hat auf einfühlsamer Weise Livs Weg in die Wut und Trauer, und ihren Kampf da wieder hinauszukommen, beschrieben. Für mich ein überaus berührendes und starkes Buch, über das Leben, die Trauer und den Kampf daraus zu kommen.

Fazit

In meinen Augen hat "Pusteblumentage" viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Rebecca Westcott hat ein berührendes, aber auch starkes Buch geschrieben und lässt ihre Protagonistin Liv durch eine enorme Welle der Trauer und  dem Verlust waten, um sie verstehen zu lassen, dass das Leben lebenswert ist. Diese Geschichte geht ganz tief ins Herz, macht es kaputt und lässt es von innen heraus wieder heilen.Absolute Leseempfehlung!


Kommentare:

  1. Hey =)

    Das ist eine wirklich ganz toll geschrieben Rezension geworden, zu einem scheinbar sehr besonderen Buch. Thematisch spricht das Buch haargenau einer meiner größten Ängste an, nämlich nicht lange genug da zu sein, um meine Tochter zu begleiten, bis sie erwachsen ist. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes eintreffen und einem alles zunichte machen. Aber daran darf man einfach nicht so oft denken. Unterschwellig ist die Angst aber immer da. Ich hoffe einfach mal, dass ich später mal für meine Enkelkinder da sein kann *daumendrück*.
    Das Buch wandert direkt auf meine Wunschliste.

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
  2. Hey,
    ich habe gerade deine Rezi auf Facebook gefunden und muss wirklich kommentieren!
    Deine Rezi ist ganz wunderbar und macht mir total Lust auf dieses Buch. Es klingt sehr berührend und auch wenn ich vorher noch nichts davon gehört habe, wandert es jetzt Dank dir auf meine Wunschliste :) Danke dafür!

    Ich wünsch dir noch einen schönen Abend und lass ganz liebe Grüße da.

    Johanna

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Caro,
    ich hatte das Buch vor zwei Wochen in meiner TTT-Liste, bei der es um die Bücher von der Wunschliste ging.
    Es war eben sehr schön, es auch woanders zu entdecken. Zudem verstärkt deine gelungene Rezi meinen Wunsch, das Buch unbedingt lesen zu wollen. Ich hoffe, dass es bald dazu kommt.
    Danke dafür und liebe Grüße, Hibi

    AntwortenLöschen