Dienstag, 13. September 2016

[Rezension] Zorn, Claire - Klippen springen

Quelle: Thienemann
Titel: Klippen springen
Originaltitel: The Protected
Autor: Claire Zorn
Übersetzer: Inge Wehrmann
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2016
Verlag: Thienemann
ISBN: 978-352-220220-6
Format: Taschenbuch
Seiten: 256
Preis: 14,99€

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Es war nur ein kleiner, dummer Zwischenfall auf einer Party und trotzdem verändert er Hannahs Leben schlagartig. Von einem Tag auf den anderen wird sie gemobbt – immer fieser werden die Attacken. Doch dann sind die Angriffe plötzlich vorbei, aber sie bleibt misstrauisch. Auch als der neue Schüler Josh ein echtes Interesse an ihr zu haben scheint. Er spricht sie auf das Buch an, das sie gerade liest, möchte mit ihr gemeinsam Mittagspause machen, bringt sie zum Lächeln. Wird Hannah es wagen, ihm und dem Leben wieder zu trauen?

Quelle: Thienemann



Claire Zorn lebt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Australien, an der Südküste von New South Wales. "Klippen springen" hat in Australien bereits zwei der wichtigsten Auszeichnungen für Jugendliteratur gewonnen: den CBCA Book Award of the Year 2015 und den Prime Minister's Literary Award.

Quelle: Thienemann
Wenn man auf das Cover schaut, ahnt man zunächst mit welchen Themen dieses Buch aufwartet. Das Mädchen und die Farben strahlen Lebensfreude pur aus. Aber das täuscht. Es werden ernste Themen aufgearbeitet, die am Ende auch berühren.

Hannah ist 15 Jahre alt und musste in ihren jungen Jahren schon einen Verlust hinnehmen. Bei einem Autounfall stirbt ihre ältere Schwester Katie. Zwar hatte Hannah kein gutes bzw. enges Verhältnis zu ihr, aber ihr Tod bestimmt ihr Leben und das der Familie sehr. Der Vater ist nur noch auf Achse und reist von einem Meeting zum Nächsten. Die Mutter hingegen lebt nur noch vor sich hin und verliert sich immer mehr im Alltag. In der Schule ist Hannah eher ziemlich unauffällig. Es gibt kaum Mitschüler, die sie ansprechen und gar mit ihr ein ausführliches Gespräch wollen. Als eines Tages Josh sie so einfach anspricht, ist sie doch ziemlich überrascht.

Die Protagonistin Hannah ist ein sehr zurückgezogenes Mädchen ohne Freunde und Freude. Sie lebt einfach ihr Leben ohne diesem viel Sinn zu geben. Erst als Josh in ihr Leben tritt, wacht sie wieder auf und lernt, wieviel Wert ein schönes Dasein haben kann. Als Mobbingopfer hat sie mir leid getan, denn ich konnte absolut mitfühlen, wie es ist ein Außenseiter zu sein. Dass ausgerechnet der Tod ihrer Schwester das Ende des Mobbings ist, scheint ein bizarrer und zynischer Glücksfall zu sein. Hannahs Familie stürzt nach dem Autounfall total ab. Nur die Großmutter ist da ein Mensch, an dem sich Hannah klammern kann.

Dafür, dass die Autorin in ihrer Geschichte ernste Themen wie Tod und Mobbing behandelt, ist ihr die Umsetzung leider nicht ganz gelungen. Zeitweise war die Handlung doch etwas langatmig. Aber dennoch konnte Claire Zorn eine relativ authentische Atmosphäre schaffen. Es gab Protagonisten, die einen ins Herz gehen und andere, die man hätte getrost weglassen können. Dem ganzen Buch schwebt eine negative und freudlose Aura mit. Erst zum Ende wird es etwas optimistischer.

Der Titel verspricht für mich aber auch etwas anderes als man schlussendlich bekommt. Es ist ein sehr schwermütiges Buch. Die Lockerheit und Lebensfreude, die man vielleicht erwartet, ist nicht da und das betrübte das Lesen zwischenzeitig auch. Dennoch liest sich das Buch recht flüssig und man kommt auch Dank der relativ wenigen Seiten schnell durch. Das die Handlung sich trotzalledem etwas zieht, nahm ich dann einfach mal so hin.

Auch wenn Buchtitel und Cover nicht unbedingt zum Inhalt passen, gelang der Autorin ein reelles Buch. Ernste Themen wie Mobbing und Tod wurden gut umgesetzt und müssen lediglich unter einer etwas langatmigen Handlung leiden. Dennoch beweist Claire Zorn in "Klippen springen" einen recht flüssigen Schreibstil, so dass man über manchen Kritikpunkt hinweg sehen kann.

Von mir gibt es

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