Dienstag, 14. Juni 2016

[Rezension] Izquierdo, Andreas - Romeo & Romy

Quelle: Suhrkamp/Insel
Titel: Romeo & Romy
Originaltitel: ./.
Autor: Andreas Izquierdo
Übersetzer: ./.
Erscheinungsdatum: 11. April 2016
Verlag: Suhrkamp Insel 
ISBN: 978-345-836141-3
Format: Klappenbroschüre
Seiten: 491
Preis: 14,99€

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Romy könnte eine große Schauspielerin sein, aber niemand sieht sie, denn sie ist nur die Souffleuse. Aber auch das nicht lange, denn nach einem harmlosen Flirt mit Hauptdarsteller Ben, dessen einzige schauspielerische Glanzleistung sein Auftritt als »Frischedoktor« in einem Waschmittelspot ist, wird sie gefeuert. Und Ben kurz nach ihr. 
Romy kehrt zurück in ihr winziges Dorf, um dort ihr Erbe anzutreten. Hier leben nur noch Alte. Und die haben sich in den Kopf gesetzt, rasch das Zeitliche zu segnen, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Plätze frei. Wer da zu spät kommt, muss auf den Friedhof ins Nachbardorf. Und da gibt es – wie jeder weiß – nur Idioten. 
Romy schmiedet einen tollkühnen Plan: Sie will mit den Alten ein elisabethanisches Theater bauen. Aus der gammeligen Scheune hinter ihrem Hof. Und mit ihnen "Romeo und Julia" auf die Bühne bringen. 
Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Der »Frischedoktor« soll Regie führen! Ben ist begeistert: Regisseur! Das könnte unter Umständen der erste Job werden, den er nicht voll gegen die Wand fährt ...

Quelle: Suhrkamp/Insel

Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman >König von Albanien< (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman >Apocalypsia< (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Im DuMont Buchverlag erschien von ihm >Das Glücksbüro< (2013).

Quelle: Suhrkamp/Insel
Als Souffleuse ist Romy alles andere als eine berühmte Schauspielerin. Als sie bei einer Aufführung auch noch mit dem Hauptdarsteller Ben flirtet, ist ihrer Karriere schnell vorbei. 
Romy flüchtet in ihr Heimatdorf in Sachsen und tritt das Erbe ihrer Großmutter an. In dem Dorf leben nur noch alte Menschen, die aber alle bald sterben wollen. Warum?
Weil auf dem örtlichen Friedhof nur noch Platz für 2 Leute vorhanden ist. Der nächste Friedhof ist im verhassten Nachbardorf und dort will keiner begraben liegen.
Romy bringt wieder Leben in das kleine Dorf und schmiedet bald einen mutigen Plan.
Sie will die alte Scheune neu aufbauen und daraus ein Theater machen. Das Premierestück soll "Romeo und Julia" werden. Ausgerechnet von Ben erhält sie Unterstützung. Ob das gut geht?

Anfangs dachte ich noch, was ist das denn für eine verträumte Geschichte. Romy lebte für mich etwas fernab von dieser Welt. Erst als sie in ihr Heimatdorf zurückkehrte, kam ich ihr näher und sie wurde mir sympathischer. Sie packt ihr Leben an und baut sich eine neue Zukunft auf. Ich fand es schön zu sehen, wie sie immer mehr ein Teil der Gemeinschaft wurde und sich irgendwie auch den Macken der Dorfbewohner anpasste.

Andreas Izquierdo hat hier eine süße und verträumte Geschichte geschaffen. Sein Schreibstil gefiel mir sehr. Auf jeder Seite schwebt ein leiser Humor mit, der Schreibstil ist teils poetisch und auch lebendig. Das lag vor allen Dingen an den liebevoll gestalteten Nebencharakteren - den alten Dorfbewohnern. Jeder für sich skuril und mit kuriosen, lustigen Eigenschaften ausgestattet. Ich mochte sie alle und könnte mir vorstellen, jeden einzelnen als Großelternteil zu haben.

In diesem Buch geht um Neuanfang und darum alte Wunden zu schließen. Es geht um die Verarbeitung von Verlusten und die Verletzung der Seele durch diese Verluste. Romy macht eine großartige Wandlung durch und wächst mit jedem Schritt mehr aus sich heraus. Sie wird vielleicht noch ein Stück erwachsener ohne ihr eigenes Ich zu verlieren. 

Aber in diesem Buch geht es auch um die alten Menschen, die in Vergessenheit geraten sind. Die, die ihr Leben gelebt und ihre Arbeit geleistet haben. Sie erwachen Dank Romy zu neuen Leben und blühen auf. Es ist eine schöne Geschichte, die bei manchen kein Auge trocken lassen wird.
Es ist eine Geschichte, die mich ein zweites Auge auf den Autor Andreas Izquierdo werfen lässt. Seine anderen Werke wandern nun auch auf meine Wunschliste, denn mit diesem Buch konnte er mich überzeugen. 

"Romeo und Romy" ist ein herzlicher Roman, dessen Humor mit leisen Tönen glänzt. Ich fühlte mich wohl in dem kleinen Dorf unter den alten Bewohnern und spürte die Wärme, die dort herrschte. 
Andreas Izquierdos Schreibstil ist poetisch und lebendig zugleich und lädt förmlich dazu ein, in diesem Buch zu verweilen. 

Von mir gibt es




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