Dienstag, 3. Mai 2016

[Rezension] Lindner, Lilly - Da vorne wartet die Zeit

Quelle: DroemerKnaur
Titel: Da vorne wartet die Zeit
Originaltitel: ./.
Autor: Lilly Lindner
Übersetzer: ./.
Erscheinungsdatum: 02. September 2013
Verlag: DroemerKnaur
ISBN: 978-3-426-22640-7
Format: Klappenbroschüre
Seiten: 272
Preis: 12,99€

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Die Menschen in der Stadt am Waldrand. Sie leben miteinander, sie leben nebeneinander her, sie sind allein, sie sterben - und doch hängen sie und ihre Schicksale alle zusammen: Der Kriminalpolizist, der einer grausamen Entführungsserie auf der Spur ist, das Mädchen aus gutem Hause mit dem unsagbaren Geheimnis, der weise Forscher der Zeit und die Mutter, die ihre kleine Tochter verliert. Sie alle leben in der Stadt am Waldrand, und sie alle sind mit dem Tod konfrontiert. Und mit der Zeit, die sich in der Unendlichkeit verliert.

Quelle: DroemerKnaur


Lilly Lindner wurde 1985 in Berlin geboren. Bereits mit fünfzehn begann sie autobiographische Texte und Romane zu schreiben. Ihr Debüt "Splitterfasernackt" stand monatelang auf der Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr das Jugendbuch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" und "Winterwassertief".

Quelle: DroemerKnaur


Lilly Lindner hat mich im letzten Jahr mit ihrem Buch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" vollkommen begeistert. Ihre Sprachgewalt hat mich nachhaltig beeindruckt, weshalb ich die Autorin und ihre Werke gerne weiterhin verfolge.  "Da vorne wartet die Zeit" ist nun das dritte Buch, welches ich von Lilly Lindner lese.

Die Stadt am Waldrand ist einer eher unscheinbare Stadt,  in der die Menschen meist nebeneinander her als miteinander leben. Es gibt viele Schicksale, die dem Tod näher sind als dem Leben. Ob es nun der Kriminalpolizist ist, die Mutter, die am hellichten Tag verschwindet oder der beste Freund eines kleinen Jungen, der unschuldig die Folgen einen schwerwiegenden Fehlers "ausbaden" muss. In diesem Ort lernen wir die unterschiedlichsten Menschen kennen. Menschen, die miteinander so gar nichts zu tun haben und doch eines gemeinsam haben: 
den Tod.

In kleinen Episoden erzählt Lilly Lindner von den verschiedenen Vorkommnissen in der Stadt am Waldrand. Mit poetischer Kraft und enormer Sprachgewalt reißt die Autorin den Leser mit. Sie schafft einen Sog aus dem so leicht kein Entkommen ist, genau wie die Protagonisten dem Tod nicht entkommen können. Es sind viele kleine Schicksale, die sich zu einem großen Ganzen verweben. Es sind nur Bruchteile eines Lebens, die wir als Leser miterleben dürfen. Oft mag man gar nicht weiterlesen, weil man nicht wissen will, wie derjenige nun stirbt. Es ist wie ein Puzzle aus Sterbenden, die hier zusammengefügt ein großes Bild des Todes ergeben. Lilly Lindner hat es auch wirklich geschafft. Sie hat ein Gesamtkonstrukt erschaffen, in dem jede Geschichte, jedes Geheimnis, jeder Bewohner, miteinander verwoben ist.

Manche Geschichten gehen zu Herzen, die anderen machen einfach nur wütend. Die Zeit heilt alle wunden, so heißt es. Aber hier wartet die Zeit einfach auf das nächste Opfer. Dieses Buch ist schon sehr negativ und irgendwie auch morbide. Die Autorin hat eine lebhafte Phantasie, die sie in ihren Geschichten gut umzusetzen weiß. Manchmal fiel es mir schwer, den einzelnen Schicksalen zu folgen. Es macht teilweise schon traurig. Besonders wenn kleine Kinder unschuldig ihr Leben verlieren. Andere Menschen scheinbar glücklich leben, aber aus Angst vor Rache Selbstmord begehen. 

Ich denke, man braucht schon starke Nerven, wenn man dieses Buch lesen möchte. Aber dieses Buch ist es auch wert. Man braucht nicht lange, um die Stadt am Waldrand wieder zu verlassen. Und auch sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Genau wie der Schreibstil der Autorin, der mich immer noch begeistern kann.


Lilly Linder nimmt uns in "Da vorne wartet die Zeit" mit auf eine morbide Tour durch die Stadt am Waldrand. Viele kleine Episoden, die einzeln betrachtet unbedeutend, aber gemeinsam eine große Sache ergeben. Am meisten begeisterte mich auch hier wieder der Schreibstil der Autorin, der mich auf sog und nicht so einfach wieder los ließ. Es ist die Fähigkeit selbst den Tod in einer wunderschönen poetischen Art zu beschreiben, so dass all das Hässliche schnell wieder vergessen ist.

Von mir gibt es 




Kommentare:

  1. Ich sollte mehr von der Autorin lesen, aber es ist eben schon so das sie zu denjenigen Autorinnen gehört die man nicht so leicht wieder abschüttelt.
    Was großartig ist, für eine Autorin, in dem Fall aber leider nicht so großartig für mein Gemüt.

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  2. Schöne Rezi! Ich habe "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" geliebt und jetzt habe ich noch mehr Lust, weitere Bücher von ihr zu lesen. :-)

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

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