Sonntag, 19. April 2015

[Rezension] Kent, Hannah - Das Seelenhaus


Quelle: DroemerKnaur Verlag

Vielen Dank an den DroemerKnaur-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Titel: Das Seelenhaus
Autor: Hannah Kent
Verlag: Droemer-Knaur Verlag
ISBN: 978-3-426-19978-7
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 384 
Preis: 19,99€




"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." 
Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.


Quelle: DroemerKnaur Verlag 


Hannah Kent, geboren in Adelaide, Australien, hat zum ersten Mal während eines Schüleraustauschs in Island die Geschichte von Agnes Magnúsdóttir gehört. Sie ist die Mitbegründerin und Herausgeberin der Literaturzeitschrift 'Kill Your Darlings'. 2011 gewann sie den Writing Australia Unpublished Manuscript Award für 'Das Seelenhaus'. Der Roman ist mittlerweile in 20 Länder verkauft. In ihrer Heimat Australien und in England stürmte ihr Erstling die Bestsellerlisten.
Quelle: DroemerKnaur Verlag


Die Geschichte von Agnes Magnusdóttir ist in Island sehr bekannt. Die Autorin Hannah Kent kam durch einen Schüleraustausch in Kontakt damit. Dies veranlasste Kent dazu, diesen Roman zu schreiben.

Agnes Magnusdóttir , lebte im 19 Jhd., wurde wegen Mordes an Ihren Geliebten zu Tode verurteilt und wartet nun auf ihre Hinrichtung. Dies geschieht in Island zu dieser Zeit nicht in Gefängnissen, sondern bei Bauern und andere Hofbesitzern. Die Geschichte beginnt mit der Umsiedlung der Verurteilten auf den Hof der Familie Jónsdóttir. Die Familie reagiert mit Ablehnung auf diese Unterbringung. Doch die Hofherrin Magrét spannt Agnes gleich bei der Arbeit ein und merkt allmählich, das hinter ihrer Geschichte noch viel mehr steckt, als die offiziellen Stimmen verlauten lassen.

Hannah Kent hat einen spannenden und auch fesselnden Roman geschrieben. Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten mit diesen langen isländischen Namen. Aber das legte sich schnell und ich konnte mich auf die Geschichte einlassen.
Agnes ist eine ernste, aber mutige Persönlichkeit, die sich anscheinend ihrem Schicksal, dem Tod, ergeben hat. Viel Liebe hat sie in ihrem Leben nie erfahren, weshalb sie sich an das spätere Opfer Natan klammert und ihm auf seinen Hof folgt. Doch schnell merkt sie, dass die Gefühle nur einseitig sind. Mir hat die Art wie Hannah Kent versucht, das Charakterbild von Agnes zu kreieren, sehr gefallen. Es wurde nicht beschönigt und als Agnes ihre Geschichte erzählt, geschieht dies ohne großartigen Emotionen. Mich hat dies sehr berührt, da ich immer das Gefühl hatte, dass da noch mehr sein muss.

Kent hat eine nüchterne, aber auch bedrückende und düstere Atmosphäre geschaffen, die mich an das Buch gefesselt hat. Der Schreibstil ist klasse und hat mich sehr beeindruckt. Man wird förmlich in das Jahr 1829 versetzt. Gefühle gehörten nicht immer zur Tagesordnung. Das merkt man als Leser sehr schnell. Der Alltag ist geprägt von schwerer körperlicher Arbeit und die Abhängigkeit und teilweise auch der Demut vor dem isländischen Wetterkapriolen. Mithilfe von offiziellen Briefen und Dokumenten, wurde dem Leser, der reale Hintergrund der Vorkommnisse näher gebracht.

Dieser Roman hat mich sehr berührt. Gerade, weil Vorurteile und Urteile die ganze Atmosphäre prägen, habe ich auch zeitweise mit der Protagonisten mitgelitten und konnte die Verbohrtheit der Herren und Damen manchmal nicht verstehen. Aber das war damals so Gang und Gäbe. Hätte die Geschichte zu unserer Zeit stattgefunden, wäre Agnes Leben mit Sicherheit anders verlaufen.



„Das Seelenhaus“ besticht durch einen spannenden und fesselnden Schreibstil. Die düstere aber auch nüchterne Atmosphäre, die Hannah Kent geschaffen hat, zieht den Leser in das Jahr 1828 und lässt ihn in das damalige Leben eintauchen. 
Von mir gibt es  

*    *    *    *    *



1 Kommentar:

  1. Von dem Buch habe ich schon so viel gehört, ich muss es jetzt glaub auch endlich lesen!
    Deine Rezi hat mir jetzt noch mehr Lust darauf gemacht ;-)
    Grüße
    Tine

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